Donnerstag, 20. Oktober 2016

Rezension │ '' Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen'' - Tim Parks







Titel: Worüber wir sprechen, wenn wir über 
Bücher sprechen
Autor: Tim Parks
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 240
Verlag: Antje Kunstmann
Preis: 20.00€  (D)
Meine Wertung: 5






Die Vorstellung, das Einkommen von Künstlern habe etwas mit Gerechtigkeit zu tun, ist naiv


Klappentext: 
Als Autor, Übersetzer und Kritiker ist Tim Parks geradezu prädestiniert dafür, alle Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Buch stellen – sei es als Leser, Autor, Kritiker, Juror –, zu untersuchen: Muss man jedes Buch, das man angefangen hat, auch auslesen? Was prägte mein Lesen? Was ist literarischer Stil? Brauchen wir Geschichten? Ist Copyright wichtig? Warum sind Leser unterschiedlicher Meinung? Was bedeuten literarische Preise?

Meinung:

Das Buch '' Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen'' , verfasst von Tim Parks ist eine Sammlung aus 33 Essays, aufgeteilt in vier Teile aus dem Bereich der Literatur. 


 1. Teil -  Die Welt des Buches
 2. Teil - Das Buch in der Welt 
 3. Teil - Die Welt des Schriftstellers
 4. Teil - Schreiben rund um die Welt

Dabei befasst er sich damit, ob wir Geschichten überhaupt brauchen, Bücher zu Ende lesen sollen, Lese-Erfahrungen und was sein Lesen prägte, dem Literaturbetrieb sowie dem Schriftsteller, dem Buch und dessen Übersetzung.
Das Cover finde ich sehr ansprechend und sehr schön gestaltet. Die Innenseite des Buches ist minimalistisch und simpel gehalten und wirkte bereits auf dem ersten Blick sehr interessant. 
Es gibt zwar viele Bücher über Bücher und über verschiedene Themen der Literatur, jedoch habe ich bisher keines solcher Werke gelesen und freute mich deshalb umso mehr auf dieses Exemplar. Der Leser wird bereits am Anfang mit dem ersten Satz , ''Es wird Zeit, alles zu überdenken'' einer Herausforderung gestellt, welche sich durch das Buch zieht. 
Auf der ersten Seite stellt der Autor bereits viele Fragen, welche einen zum Nachdenken anregen. Er wirft im Laufe des Buches Fragen auf, wie zum Beispiel, '' Lese ich, um meine Sicht auf die Welt zu bestätigen, oder um sie infrage zu stellen?'' ( Seite 7), ob es durch die Globalisierung dazu kommen wird, dass die Leser sich nur noch mit denselben Büchern beschäftigen werden, welche Bedeutung unsere Erziehung bezogen auf unsere Bücherwahl hat oder auch ob E-Books nur etwas für Erwachsene sind. Tim Parks stellt interessante Thesen auf und bringt Leser dazu, sich mit dem persönlichen Leseverhalten , den Leseerfahrungen  und unseren Beweggründen auseinander zu setzen.

Am Anfang des Buches war es mir bereits klar, dass es sehr informativ und interessant sein wird, was sich im Laufe des Buches bestätigt hat.
Laut Parks habe sich das Schreiben durch die  Globalisierung verändert.  Er behauptet, dass es wichtiger sei so zu schreiben, dass es einfach zu übersetzen ist anstatt auf die sprachliche Perfektion zu achten.
Die Basis  seiner Erläuterungen sind Autoren wie Dickens, Tscheschow, Lawrence, James Joyce genauso wie Jonathan Franzen und andere. Die Auswahl der Autoren beruht auf jahrelangem Lesen deren Werke , auf welche stets eingegangen wird und welche immer wieder erwähnt werden. 
Vor allem das Kapitel ''Was mein Lesen prägte ''  hat mich sehr interessiert. Dabei berichtet Parks, dass er aus einem strengen Pastorenhaushalt stammt indem es in seiner Kindheit ''böse'' und ''gute'' Bücher gab. Dies entsprach zwar dem Glauben seiner Eltern, jedoch nicht seinem. Somit begann er schon recht früh in seinem Leben damit, die Auswahl seiner Bücher  selber zu treffen.
In einem anderen Kapitel befasst sich Parks mit dem Literaturnobelpreis und erklärt dabei die Unmöglichkeit aus der großen Menge an Büchern eine einzige richtige Wahl zu treffen.
Er schreibt, dass bei der Vergabe des Preises es unwahrscheinlich ist, eine richtige Wahl treffen zu können , wenn man bedenkt dass die Bücher aus vielen unterschiedlichen Ländern und somit verschiedenen Sprachen kommen. Die 18 Juroren sind alle Mitglieder Schwedens und haben neben dem Beruf des Jurors noch einen Vollzeitjob und dementsprechend nicht genug Zeit hunderte von Büchern lesen zu können. Dabei muss man bedenken, dass die Juroren alle wichtigen Neuerscheinungen des jeweiligen Jahres lesen müssen, von denen wahrscheinlich nicht alle auf schwedisch übersetzt sind. Somit kann nur unwahrscheinlich die richtige Wahl getroffen werden, wodurch viele Bücher als ein politisches Statement gewählt werden.
Er zweifelt die Aussagekraft des Literaturpreises an und weist dabei stets Beweise auf. Durch die logische Argumentation von Park muss ich ihm im Bezug auf den Literaturnobelpreis recht geben.
Das Werk von Tim Parks ist einfach zu lesen und durch seine ironische, skeptische und unterhaltsame Art zu schreiben bereitet das Lesen einem stets Freude. 
Parks schreibt sehr informativ und man kann , unter anderem den Literaturbetrieb auf viele unterschiedliche Ebenen neu kennen lernen.
Bestimmte Themen wie der Literaturpreis scheinen Parks sehr zu beschäftigen, da diese immer wieder aufgegriffen werden, auch in Kapitel in denen es nicht direkt hinein passt.
Man könnte das Werk ein Sachbuch nennen, jedoch bin ich der Meinung, dass es durch die im Buch erwähnten persönlichen Erfahrungen, nicht in die Kategorie  einzugliedern ist.
Tim Parks schafft es mit seinem Werk, Licht auf verschiedene Themen zu werfen, welche mir noch im Dunkeln lagen.


Top 6 Aufsätze:

1. Was mein Lesen prägte
2. Sollen wir Bücher zu Ende lesen?
3. Warum Leser sich nicht einig sind
4. Angst und Mut
5. Was stimmt nicht mit dem Nobelpreis?
6.Bevorzugte Nationen




Fazit: Alles in allem, gefiel mir dass Buch sehr, weshalb ich auch 5 von 5 Farbklecksen vergebe. Das Werk von Parks hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Mit einigen von ihm aufgestellten Fragen möchte ich mich weiterhin beschäftigen.Viele Aufsätze haben etwas in mir bewegt mit dem ich mich ebenfalls weiterhin auseinandersetzen möchte. Das Buch ''Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen'' ist auf jeden Fall lesenswert und jedem Leser, der sich für die Literatur interessiert und mit dem was er liest auseinandersetzen möchte, sehr zu empfehlen. 

Dank: Ein großer Dank gilt natürlich dem Antje Kunstmann Verlag, welcher mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zugeschickt hat. Hiermit möchte ich mich nochmals bei Ihnen für die Möglichkeit dieses Werk zu rezensieren, genauso  wie für die tolle und äußerst angenehme Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken.